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Potenzprobleme

Potenzprobleme: Einzelschicksal oder Volksleiden?

"Aber das macht doch nichts, das kann doch jedem mal passieren!" Diesen Satz möchte wohl kein Mann gern hören, wenn die Manneskraft im entscheidenden Augenblick zu wünschen übrig lässt und versagt. Dabei ist es tatsächlich so: Es kann jedem passieren. Erektionsstörungen oder Impotenz gehören durchaus nicht in die Kategorie der bedauerlichen Einzelschicksale. Studien haben in jüngster Zeit erst bewiesen, dass rund 20 Prozent der Männer ab 40 von Potenzproblemen betroffen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Mann im Lauf seines Lebens mit Erektionsstörungen oder Impotenz zu kämpfen hat, ist noch um ein Vielfaches höher.

Die Ursache von Potenzproblemen ist nicht immer eindeutig und kann durch mehrere Faktoren beeinflusst werden. Ebenso wie die Frau durchlebt auch der Mann eine Art Wechseljahre. Die Hormonproduktion stellt sich um, der Hormonspiegel sinkt. Dies wirkt sich auf den ganzen Körper und somit auch auf die sexuelle Leistungsfähigkeit aus. Erektionsstörung oder ein spürbarer Verlust der Libido können die Folge sein. Aber auch ein ungesunder Lebenswandel, zu fettes und unausgewogenes Essen, mangelnde Bewegung, übermäßiger Genuss von Alkohol und Nikotin, Durchblutungsstörungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, Stress und Ärger am Arbeitsplatz oder persönliche Probleme und Missstimmungen können die Ursache sein.

Die Vogel-Strauß-Methode und den Kopf in den Sand stecken hilft im Falle von Potenzproblemen am allerwenigsten. Denn auch wenn es mit der Standfestigkeit einmal nicht so klappt wie gewünscht, gibt es Mittel und Wege, um Abhilfe zu schaffen. Auch Panik muss niemanden überfallen, wenn Erektionsstörungen auftreten. In den meisten Fällen ändert sich dieser Zustand wieder, es ist keinesfalls ein verhängnisvolles Urteil für den Rest des Lebens.


Eine richtige Entscheidung trifft auf jeden Fall derjenige, der mit dem Arzt seines Vertrauens über die Potenzstörungen spricht. Die Zeiten, in denen dieses Thema aus Scham oder falsch verstandener Eitelkeit verschwiegen wird, sind nämlich längst vorbei. Nach einem ausführlichen Gespräch kann der Mediziner die Ursachen der sogenannten "erektilen Dysfunktion" eingrenzen und eventuell erforderliche Untersuchungen in die Wege leiten. Da es heutzutage einige moderne und gut verträgliche Medikamente auf dem Markt gibt, kann vielen Patienten mit Potenzproblemen durch Tabletten geholfen werden.

Wichtig ist es aber auch, dass Problem nicht zu verdrängen. In einem offenen Gespräch sollte deshalb auch mit der Partnerin oder dem Partner darüber geredet werden, um den Erfolgsdruck zu mindern. Angst, ob es beim nächsten Mal wieder wie gewohnt klappt oder ob die Erektionsstörungen weiterhin bestehen, sowie die oftmals unbegründet vermutete hohe Erwartungshaltung des Partners lasten schwer auf den Schultern des Betroffenen. Der selbst auferlegte Leistungsdruck steigt dadurch stetig an, die psychische Belastung ist enorm hoch - und kann wiederum die Potenz ungünstig beeinflussen.

Großer Wert sollte auch auf einen gesunden Lebenswandel gelegt werden. Ausreichend Bewegung, eine ausgewogene und fettarme Ernährung sind ebenso wichtig wie Entspannung und Stressbewältigung. Die "Auszeit" vom Berufsalltag sollte deshalb ebenso Platz finden in der Tagesplanung wie Freiraum für Familie, Hobbys, Sport oder Aktivitäten mit Freunden. Auch eine deutliche Verminderung des Alkohol- oder Nikotinkonsums kann sich ebenso positiv auswirken wie eine Reduzierung des Übergewichts. Haben die Potenzprobleme eine psychische Ursache, ist es ratsam, einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen und zu Rate zu ziehen. Werden bestehende Probleme bewältigt, wirkt sich dieses auch positiv auf den Körper und die Gesundheit aus.

Wodurch auch immer die Potenzprobleme ausgelöst werden: Es gibt vielfältige Hilfe, die ungetrübtes Liebesglück wieder in greifbare Nähe bringt.